Konfliktherd Naher Osten
In der Bildungswoche vom 3. bis 7. November 2025 beschäftigten wir uns mit den historischen, politischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Nahostkonflikts.
Was ist eigentlich dieser “Nahe Osten”?
Zu Beginn unseres Kurses haben wir uns mit dieser Frage auseinandergesetzt. Dabei wurde deutlich, dass wir den Raum gar nicht so einfach definieren konnten. Ist es eine geografische Region? Sind religiöse Mehrheiten ausschlaggebend? Oder ist es einfach eine undefinierte Begriffsmasse, die wir tagtäglich verwenden?
Nicht nur Israel und Palästina
Mit Blick auf die Geschichte des Nahen Ostens haben wir festgestellt, dass es mehrere - mitunter überlappende - Konfliktlinien in der Region gibt. Dabei ist der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nur einer von vielen. Auch die Konflikte zwischen den arabischen Staaten bzw. dem Iran und diesen sind umfangreich. Viele dieser Konfliktlinien bedingen die andere und lassen sich nicht ohne weiteres auflösen.
Regionale und internationale Akteure
Nachdem wir uns diese Konfliktlinien historisch angeschaut haben, warfen wir unsere Aufmerksamkeit auf die regionalen und internationalen Akteure. Dabei stand die Frage nach den jeweiligen Interessen und Handlungsmöglichkeiten im Mittelpunkt. Es ist deutlich geworden, dass nicht alle Akteure die gleichen Handlungsmöglichkeiten haben. Besonders der Blick auf die Europäische Union fiel dabei ernüchternd aus.
Violence Prevention Network aus Erfurt
Um die sozial-religiöse Dimension des Konflikts zu erkunden, standen uns zwei Referenten vom VPN der Regionalstelle Thüringen mit einem spannenden Einblick zur Verfügung. Sie machten die religiösen Hintergründe zwischen Judentum und Islam deutlich. Darüber hinaus zeigten sie uns, welche Missverständnisse in unserer (deutschen) Konfliktbetrachtung vorherrschen.
Können wir es besser?
Der Konflikt im Nahen Osten ist schon lange Teil der internationalen Beratungen der Vereinten Nationen. Viele Lösungsvorschläge wurden bereits erarbeitet, scheiterten aber scheinbar an der Realität. Darum haben wir uns in einem Planspiel in die Rolle des UN-Sicherheitsrates begeben, um selber zu beraten und zu verhandeln. Dabei wurde deutlich, welches außergewöhnliche Gewicht die fünf UN-Vetomächte haben. Das Zustandekommen einer Resolution aber scheiterte schließlich am Widerstand einer solchen Vetomacht. Somit erlebten wir hautnah, welche Schwierigkeiten und Befindlichkeiten in der internationalen Politik zu beachten sind.
Ausblick
Diese Kurswoche hat uns die Vielschichtigkeit dieses Konfliktherds vergegenwärtigt. Wir konnten einige Konfliktlinien identifizieren und genauer beleuchten. Allerdings machte sich am Ende Ernüchterung breit: dieser Konfliktraum benötigt viele “glückliche Momente”, wie jene, die in den 1970er und 1990er Jahren Friedensverträge zwischen Israel & Ägypten bzw. Jordanien hervorbrachten. Leider wird dieser Raum wohl auch in Zukunft ein internationaler Konfliktherd bleiben.
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