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Deutsche Geschichte (1. Teil): Der Aufstieg des Heiligen Römischen Reiches

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Vom 2. bis 6. März 2026 behandelten wir die Geschichte Deutschlands/Mitteleuropas von Karl dem Großen bis zum Ende des 30-jährigen Kriegs. Abschließend haben wir über ein Schwerpunktthema zur Deutschen Geschichte vom 25. - 27. September 2026 abgestimmt.

Wovon sprechen wir überhaupt?

In unserer Bildungswoche vom 2. bis 6. März 2026 stand die Geschichte Deutschlands bzw. Mitteleuropas im Fokus. Dabei haben wir uns zunächst den grundlegenden Fragen gewidmet:

  • Ab wann beginnt deutsche Geschichte? (Warum?)
  • Wovon sprechen wir überhaupt, wenn wir von “Deutschland” in der Geschichte sprechen?
  • Was verstehen wir unter Deutsch (-land)?

Dabei haben wir festgestellt, dass es wir auf keinen gemeinsamen “Startzeitpunkt” einigen konnten. Auch die spezifische geografische Einteilung fiel uns mit Blick auf die stetigen Veränderungen bis zur heutigen Territorialität der Bundesrepublik schwer. Schließlich konnten wir die Frage was Deutsch(-land) ist, mit Begriffen wie “Heimat” und “weltliche Bildung der Bevölkerung” beantworten. 

Karl der Große und die Kaiserkrone

Wir starteten mit der Vorgeschichte Karls des Großen. Dessen Vater es gelang, die herrschenden Merowinger abzusetzen. Wir behandelten darauf aufbauend die Expansionen Karls nach Sachsen, Spanien und Italien. Dabei klärten wir die Hintergründe der Übernahme des Kaisertums, worauf wir uns in späteren Einheiten immer wieder beziehen konnten und mussten. 

Von Canossa zu Barbarossa

Uns wurde klar, dass die Rang- und Machtfrage zwischen Papst und Kaiser/König lange ein zentrales Element der Reichspolitik war. Canossa war der Versuch Papst Gregors VII. diese Fragen zugunsten des Papsttums zu entscheiden. Nur durch eine List konnte Heinrich IV. diesem Ansinnen entgegentreten. 

Das Leben und Wirken Friedrich I. Barbarossas behandelten wir in Gruppenarbeiten. Dabei haben wir das die Auseinandersetzung mit Heinrich dem Löwen, das Schisma der Kirche, die Kaiserkrönung und den Tod des berühmten Stauferkaisers behandelt. Jede Gruppe fertigte ein Plakat dazu an. 

Warum wurden die Könige gewählt?

Dass das Heilige Römische Reich durch sein Wahlkönigtum hervorsticht, ist für Interessierte keine Neuigkeit. Aber warum dies so war, wissen nicht alle. Daher behandelten wir seit Karl dem Großen die Entwicklung vom sogenannten Heerführertum zum Wahlkönigtum. Dabei wählten zunächst nur die Krieger ihren Feldherrn. Daraus entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte das Wahlkönigtum. Der Übergang zur Wahl der Kurfürsten und die Schritte der Königswürde hat dabei eine besondere Rolle eingenommen. 

Die Reformation - eine Zeitenwende auch für das Reich

Als Martin Luther seine 95 Thesen 1517 veröffentlichte, waren das Reich und die Kirche in einer tiefen Krise. Unser Fokus lag daher auf den Rahmenbedingungen, die die Reformation begünstigten. Dazu behandelten wir das Konzil von Konstanz und den Reichstag 1495. Aber auch die unmittelbaren Geschehnisse im Zuge der Reformationszeit wie der Bauernkrieg 1525 geriet in unseren Blick. 

Die Frage nach dem rechten Glauben

Neben den gesellschaftlichen Umständen, die die Reformation begünstigten, wurde uns aber auch klar, dass die außenpolitische Lage ein wesentlicher Faktor zum Erfolg der Reformation beitrug. Denn die Bedrohung des Reiches/der Habsburgerlande durch das Osmanische Reich (Wiener Türkenbelagerung 1529) sorgte dafür, dass Kaiser Karl V. und Ferdinand I. auf die protestantischen Reichsfürsten angewiesen war. Erst nachdem die außenpolitische Lage sich beruhigt hatte, brach der Religionskonflikt im Reich offen aus. Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 konnte diese Bruchlinien aber nur teilweise abdecken. 

Tilmann Riemenschneider und das Eichsfeldmuseum

Für eine neue Perspektive sorgte der Gastvortrag der Kunsthistorikerin Anne Hey. Sie stellte uns das Leben und Wirken von Tilmann Riemenschneider vor. Seine Werken sind im süddeutschen Raum (um Würzburg) besonders vertreten. 

Zudem besuchten wir das Eichsfeldmuseum, um uns die behandelte Geschichte (insbesondere die Reformation und Gegenreformation) am Beispiel des Eichsfeld näher anzusehen. Der besondere Fokus auf die Jesuiten und deren (Nach-)Wirken zeigte uns die Wiege der Eichsfelder Bindung an den Katholizismus. 

Der 30-jährige Krieg - ein deutsches Trauma

Bevor wir ins Thema einstiegen, sammelten wir einige Thesen, die wir mit den Ausbruch und die Entwicklung des 30-jährigen Krieges  in Verbindung brachten. In den genaueren Analyse wurde uns aber schnell klar, dass dieser Krieg ein Kampf um die europäische Vorherrschaft auf deutschem Raum war. Spanien und Frankreich unterstützten ihre Verbündeten, um ihre Interessen durchzusetzen. Die politischen Konfliktlinien haben uns dabei aufgezeigt, wie schwer die Friedensfindung schließlich war. 

Der Westfälische Frieden - ein deutscher Frieden

Abschließend beschäftigten wir uns den Westfälischen Frieden und die Beendigung des 30-jährigen Krieges. Uns wurde klar, wie schwer und komplex die behandelten Themen waren und welche Umstände schließlich zum Friedensschluss führten. Wir folgerten, dass die Beendigung des 30-jährigen Krieges auf deutschem Boden zwar für eine relative Ruhe in Mitteleuropa gesorgt hat, aber die Kernfrage des Kriegs (die europäische Vorherrschaft) erst 11 Jahre später im Pyrenäenfrieden geklärt wurde. 

Ein Fazit und ein Abstimmungsergebnis

Unsere Kurswoche zur Deutschen Geschichte bis 1648 machte deutlich, wie facettenreich und verworren die deutsche Geschichte doch ist. Wir konnten diese Woche nutzen, um uns intensiv über die behandelten Themen auszutauschen, aber auch, um miteinander ins Gespräch zu kommen, neue Menschen kennenzulernen und unser Wissen zu vertiefen. 

Zum Abschluss stand noch die Frage nach einem Schwerpunktthema zur Deutschen Geschichte aus. Dabei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen “Die Staufer - ein deutsches Herrschergeschlecht”, “Der Aufstieg der Habsburger” sowie “Der 30-jährige Krieg - ein deutsches Trauma” wählen. In einem knappen Ergebnis entschieden sich die Teilnehmenden für “Die Staufer - ein deutsches Herrschergeschlecht”, welches wir vom 25. - 27. September 2026 behandeln werden. 

Ein großes Dankeschön geht an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sowie an die Mitarbeitenden im Haus für eine tolle und abwechslungsreiche Woche.

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